Apkalna Iveta, Organistin - Info


Da ist auch der Registrant voll gefordert !


Fotos: © Lukas Pollack
(Vielen Dank für die freundliche Genehmigung!)

CDs (kleine Auswahl)

Ihre neueste CD erscheint am 21.01.2011

Inhalt der CD "Touch Down In Riga" (2005)

1. Bagatelle
2. 1. Fantasie
3. 2. Intermezzo
4. 3. Passacaglia
5. Fantasie und Fuge über den Choral "Wie schön leucht uns der Morgenstern" op. 40 Nr. 1
6. Konzert für Orgel "Cantus ad pacem"

Pressetext zum Konzert

Bamberger Symphoniker - Bayerische Staatsphilharmonie Saison 2010/2011

Krönung für die Königin - die erste ECHO-Orgel-Preisträgerin

Bei der jungen lettischen Ausnahmeorganistin Iveta Apkalna verbinden sich tiefe Musikalität und makellose Technik auf Glücklichste mit einem untrüglichen Gespür für die Wirkung der Musik. Ihr ist es gelungen, als Organistin zum Star zu werden – etwas, was sonst fast nur Dirigenten, Sängerinnen und Sängern und Klavier- oder Geigenvirtuosen vorbehalten bleibt.

Iveta Apkalna wurde in Rezekne/Lettland geboren und studierte Klavier und Orgel an der J. Vitols Musikakademie Riga. Nachdem sie 1999 beide Ausbildungen mit Auszeichnung abgeschlossen hatte, absolvierte sie an der London Guildhall School of Music and Drama ein weiteres Konzertexamen bei Prof. Joan Havill (Klavier). Von 2000-2003 war sie vom DAAD geförderte Solistenklassestudentin bei Prof. Ludger Lohmann an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart.

Iveta Apkalna erhielt diverse Auszeichnungen: 2002 ging sie als Siegerin des europäischen Auswahlwettbewerbs „Royal Bank Calgary International Organ Competition“ in London hervor und wurde beim Finale in Calgary, Kanada mit dem Bachpreis bedacht. 2003 erhielt sie den 1. Preis und 4 Zusatzpreise beim 3. Internationalen Orgelwettbewerb in Kaliningrad, 2004 wurde ihr in Riga der Grand Latvian Music Award verliehen. 2005 verschaffte sie dem Instrument Orgel erstmals beim ECHO-Klassik-Preis Berücksichtigung: sie wurde „Instrumentalistin des Jahres“, zusammen mit u.a. Anne-Sophie Mutter und Hélène Grimaud.

Heute konzertiert Iveta Apkalna weltweit in allen bedeutenden Konzerthäusern und mit führenden Orchestern (Berliner Philharmoniker, Hamburger Philharmoniker, Kremerata Baltica, Latvian National Symphony Orchestra) unter der Leitung so bedeutender Dirigentenpersönlichkeiten wie Claudio Abbado, Simone Young, Roman Kofman und Andris Nelsons.

Mit einem bunten Querschnitt durch die Orgelliteratur von J. S. Bach über Franz Liszt, César Franck bis hin zu D. Schostakowitsch und Thierry Escaich wird dieser erste Auftritt von Iveta Apkalna in Bamberg ein besonderes Highlight der Saison bilden.


 

Infos "Edition Hera"

Die Medien über Iveta Apkalna

Online Music Magazine

Website

Bamberger Symphoniker

Foto: © Lukas Pollack (Vielen Dank für die freundliche Genehmigung!)

Ein Augen- und Ohrenschmaus -
Orgelkonzert von Iveta Apkalna am 12.12.2010, Konzerthalle Bamberg

Ich gebe ja zu, dass mich das nicht gerade typische Foto einer Organistin besonders ansprach. Außerdem kommt es nicht oft vor, dass eine Organistin von Weltrang in Bamberg vorbeischaut, um uns Orgelfreunde an ihrer Kunst teilhaben zu lassen. Und die pilgerten zahlreich aus Nah und Fern in die Konzerthalle. Leider ist das Orgelspiel noch weitgehend eine Männerdomäne und Iveta Apkalna war seit Bestehen der von Professor Edgar Krapp betreuten Orgelreihe erst die vierte ihrer Zunft. Zuvor bespielten Marie-Claire Alain, die Schwester des genialen Komponisten Jehan Alain (1911 - 1940), Gilian Weir (USA) und Hedwig Bilgram (Deutschland) die 1993 eingeweihte große Jann-Orgel mit ihren 74 Registern.

So war man sehr gespannt auf den Auftritt der 34-jährigen lettischen Organistin, die in den letzten Jahren bedeutende Preise erhielt (siehe Pressetext linke Spalte!). Das Programm spannte den Bogen von Bach über Liszt, Franck, Escaich bis hin zu Schostakowitsch.


Foto: Gerd Müller

Wie üblich interviewte Edgar Krapp die fließend und fast ohne Akzent deutsch sprechende grazile Organistin. Sie ließ durchblicken, dass bereits im Alter von acht Jahren in ihr der Wunsch aufflackerte, Musikerin zu werden. Danach lernte sie das Klavierspiel, studierte in London und Stuttgart und gab viel beachtete Klavier- und auch Orgelkonzerte im In- und Ausland, bis sie sich etwa ab dem Jahr 2000/2001 ausschließlich der Orgel verschrieb. Ein Instrument, wie sie betonte, das durch die vielfältigen Klangfarben ihr Herz mehr erreicht, als es das Klavier je vermocht hätte. Beiläufig erwähnte sie, dass sie ihr erst drei Monate altes Baby mitgebracht habe. Im Hotel nebenan werde es betreut . Man sehe, so Krapp, dass man die Familie gut in den Konzertbetrieb integrieren könne.

Bereits nach dem ersten Stück, der wohlbekannten Sinfonia aus der Kantate "Wir danken dir, Gott, wir danken dir" (BWV 29) brandete langer Beifall der bemerkenswert großen Zuschauerkulisse auf. Ein junger Organist neben mir meinte in der Pause, dass die beiden Bach-Stücke hervorragend interpretiert worden seien. Dem konnte ich, soweit es mein Urteilsvermögen zuließ, absolut beipflichten. Eine große Herausforderung stellte die "Symphonische Dichtung Nr. 5" von Franz Liszt dar, die sie in perfekter Pedal- und Manualtechnik meisterte.

César Francks komplexe "Trois Pièces" brachte sie nach der Pause einfach wunderbar dar, obwohl das Werk nicht so spektakulär ist, wie andere Werke von Franck. Mit unglaublicher Fingerfertigkeit, Hingabe und Eleganz stellte sie immer wieder unter Beweis, dass das Orgelspiel auch optisch etwas bieten kann - wenn man wie hier den fahrbaren zweiten Spieltisch in Bühnenmitte und ganz vorne platziert. Wenn man dann noch mit einer schulterfreien, gltzernd-schwarzen Korsage bekleidet ist ...

Besonders freute ich mich auch auf "Evacation II" von Thierry Escaich, der erst am 17.01.2010 in Bamberg zu Gast war. Permanent stampfender Pedalrythmus begleitete das schwer zu spielende Werk. Wie zu erwarten, meisterte sie auch das bravourös. Hier ein YouTube-Beispiel:

Interessant war die Information, dass Schostakowitsch die "Passacaglia aus der Oper "Lady Maceth von Mzensk op. 29" speziell für Orgel schrieb und erst später für die Oper verwendete. Man spürte bei dieser Interpretation besonders, wie gern sie russische oder "verwandte" Komponisten ins Repertoire aufnimmt. Das liegt natürlich in der Natur der Sache.

Mit der Zugabe einer Toccata von Leoš Janáček endete ein in jeder Hinsicht beeindruckendes, farbiges Konzert einer Ausnahmeorganistin.


Foto: Gerd Müller

Gerd Müller - online seit 16.12.2010


Musikwissenschaftler Martin Köhl, Bamberg, schrieb für die Tageszeitung "Fränkischer Tag" eine ausführliche Rezension (Dank an Herrn Köhl für die freundliche Genehmigung zur Übernahme seines Artikels!):

Virtuoses Feuerwerk

Die lettische Organistin Iveta Apkalna begeisterte das Publikum in der Bamberger Konzerthalle bei ihrem Auftritt in der symphonischen Orgelreihe

Welch furioser Auftakt! Da kommt eine elegante junge Dame federnden Schrittes in den Keilberthsaal der Konzerthalle und spielt attacca eines der virtuosesten Stücke aus der Feder J.S. Bachs. Die rasante Sinfonia der Ratswahlkantate BWV 29 ist wahrlich eine treffliche Konzertouvertüre, aber wenn man sie so fulminant spielt wie die junge Lettin aus dem Baltikum, dann öffnen sich sogleich alle Herzen, und die Erwartungen an das Folgende steigen. Edgar Krapp, der Mentor der kleinen aber sehr feinen Orgelreihe der Bamberger Symphoniker, konnte bei der Verpflichtung Iveta Apkalnas kaum einen Missgriff begehen, denn die Virtuosin ist längst preisgekrönt und hat sich internationales Ansehen erworben. Dass sie trotz ihres enormen technischen und interpretatorischen Könnens nicht auf die eigentlichen Meister der „Königin der Instrumente“ - also die Kirchenmusiker - hinabschaut, sondern beides zugleich will und kann, spricht für sie. Das ließ sich im Übrigen auch an der Darstellung des zweiten Bachwerkes ablesen, dem ebenfalls als Virtuosenstück gefürchteten D-Dur-Präludium BWV 532. Hier kehrte Iveta Apkalna keineswegs das brillante Laufwerk hervor, sondern setzte bei eher gemäßigtem Tempo auf die Klarheit der Artikulation und die Sinnfälligkeit ihrer Phrasierung. Das sind klassische Organistentugenden, fern von den zunehmenden Schauveranstaltungen irgendwelcher „Organ Fireworks“.

Zwischen die beiden „Bäche“ hatte die Künstlerin allerdings ein Werk platziert, das ihr ein technisches Maximum abverlangte: Franz Liszts Symphonische Dichtung „Prometheus“ in der Bearbeitung von Jean Guillou. Da ereignete sich, nach der langsamen und sehr farbenreich registrierten Einleitung, ein virtuoses Feuerwerk sondersgleichen, das angesichts seiner extremen Anforderungen an die Fingerfertigkeit verständlich macht, dass für die Stars unter den Konzertorganisten ein abgeschlossenes Klavierstudium fast als Grundvoraussetzung gelten kann. Hinzu kommt bei Apkalna eine traumhaft sichere Pedalbeherrschung, die ihr Spiel auch zu einem optischen Genuss macht: Ihre Vereinbarung von fast athletischer Körperspannung mit vollkommener Lockerheit macht einen sehr harmonischen Eindruck.

Für die Interpretation der Orgelwerke César Francks braucht man einen sehr langen Atem. Dessen „Trois Pièces pour Grand Orgue“ standen deshalb aus guten Grund erst nach der Konzertpause auf dem Programm. Obwohl diese Stücke aufgrund zahlreicher Zäsuren in verschiedene Episoden auseinanderzufallen scheinen, werden sie doch von großen Spannungsbögen dominiert. Bei Iveta Apkalna spürte man die organische Verbindung mit der Jann-Orgel, die kaum weniger für diese Literatur geeignet ist als die Riesenorgel im Trocadéro-Palast zu Paris, für die Franck sie einst schrieb. Zum Ausklang hatte sich die Organistin eine spröde Schostakowitsch-Passacaglia ausgesucht sowie eines jener typischen Brillierstücke französischer Herkunft, eine „Evocation“ von Thierry Escaich. Die Toccata aus Janaceks „Missa Glagolitica“ funktionierte als zündende Zugabe – Bravo!


Programm

- Johann Sebastian Bach, Sinfonia aus der Kantate *Wir danken dir, Gott, wir danken dir*
BWV 29
- Franz Liszt, *Prometheus*, Symphonische Dichtung Nr. 5
- Johann Sebastian Bach, Präludium und Fuge D-Dur BWV 532
- César Franck, *Trois Pièces*: Fantaisie A-Dur - Cantabile H-Dur - Pièce héroique h-moll
- Thierry Escaich, *Evocation II*
- Dmitri Schostakowitsch, Passacaglia aus der Oper *Lady Maceth von Mzensk* op. 29





Hin- und her .... (Foto: Gerd Müller)